Rohbau-Flur mit vorbereiteten Zargen und angelehnten Türblättern

Ratgeber Türen

Türmaße richtig messen

Wandöffnung, Höhe, Wandstärke und DIN-Richtung: Mit diesen vier Angaben bekommen Sie ein genaues Angebot. Hier steht, wie Sie richtig messen und welche Fehler wir in der Praxis am häufigsten sehen.

Grundlagen

Drei Maße, die man oft verwechselt

Wer von einer „86er Tür“ spricht, meint das Außenmaß des Türblatts in der Breite: 860 mm. Das ist das breitere Maß der Tür, inklusive Falz. Gemessen wird am Bau aber etwas anderes, nämlich die Wandöffnung. Der Durchgang, durch den man später tatsächlich geht, ist wiederum schmaler als das Türblatt.

  • Wandöffnung: das Loch in der Wand, von Mauerwerk zu Mauerwerk. Dieses Maß messen Sie.
  • Türblatt: das Außenmaß der Tür selbst, nach dem die Türgröße benannt wird.
  • Lichter Durchgang: die freie Breite und Höhe innerhalb der Zarge, wenn die Tür offen steht.
Zeichnung der 86er Tür: Wandöffnung 885 x 2.010 mm, Türblatt 860 x 1.985 mm, lichter Durchgang 813 x 1.966 mm, Zarge mit Falz und Bekleidung 62,5 mm
Die 86er Tür in Zahlen: Ansicht, Schnitt von oben und Detail der Zarge. Alle Maße in mm. Zum Vergrößern antippen.
Aufmaß einer freigelegten Wandöffnung mit dem Laser-Entfernungsmesser

Schritt 1

Die Breite messen

Messen Sie die Wandöffnung von Mauerwerk zu Mauerwerk, und zwar oben, in der Mitte und unten. Wände sind selten ganz gerade. Es zählt das kleinste der drei Maße.

Steckt noch eine alte Zarge in der Wand, messen Sie ihre Außenkante und sagen uns, dass es sich um eine Zarge handelt. Das genaue Maß der Öffnung ermitteln wir beim Aufmaß.

Tipp aus der Praxis: 15 mm Luft in der Breite.

Die Norm sieht für die 86er Tür eine Öffnung von 885 mm vor. Wir planen 900 mm, damit die Zarge sauber ausgerichtet und ausgeschäumt werden kann. Das gilt nur für die Breite, nicht für die Höhe.

Schritt 2

Die Höhe messen: immer ab Fertigfußboden

Die Höhe wird von der Oberkante des fertigen Fußbodens bis zur Unterkante des Sturzes gemessen. Fachleute sagen OKFF. Liegt der Bodenbelag noch nicht, rechnen Sie seine spätere Höhe mit ein, zum Beispiel Fliesen, Parkett, Laminat oder Vinyl.

Für eine Tür in Standardhöhe (Türblatt 1.985 mm) nennt die Norm eine Öffnung von 2.005 mm. Wir planen hier 2.010 mm. Am Boden gibt es zwei verschiedene Spalte, die man nicht verwechseln sollte:

  • Bodenluft unter dem Türblatt: höchstens 7 mm, damit die Tür nicht über den Boden schleift.
  • Fuge unter der Zarge: Bei allen Böden, die feucht gewischt werden, legen wir bei der Montage einen schmalen Distanzstreifen unter die Zarge. Der kleine Spalt, der so entsteht, wird nach dem Einbau dauerelastisch versiegelt. Das verlangt auch die Norm für Türzargen, DIN 68706-2: Bei Böden, die feucht gepflegt werden, ist die Fuge zwischen Zarge und Bodenbelag gegen Feuchte zu schützen, zum Beispiel mit einer dauerelastischen Masse. Die Bodenluft unter dem Türblatt darf dabei trotzdem nicht größer als 7 mm werden, die Zarge wird dafür bei Bedarf vorher gekürzt.
Höhenschnitt der 86er Tür: Wandöffnung 2.010 mm, Türblatt 1.985 mm, Durchgang 1.966 mm, gemessen ab Oberkante Fertigfußboden, Bodenluft höchstens 7 mm
Höhenschnitt durch Zargenkopf, Türblatt und Boden. Alle Maße in mm. Zum Vergrößern antippen.

Tipp aus der Praxis: Zarge unten versiegeln.

Ohne Versiegelung gelangt beim Wischen immer wieder Feuchtigkeit von unten an das Holzmaterial der Zarge. Über den Kapillareffekt saugt sie sich mit der Zeit voll und quillt auf. Aufgequollene Zargenfüße sehen wir sehr häufig, wenn bei feucht gewischten Böden nicht versiegelt wurde. Die Versiegelung in der Fuge schützt die Zarge auch von unten.

Schritt 3

Die Wandstärke messen

Die Zarge umfasst die Wand von beiden Seiten. Deshalb muss sie zur Wandstärke passen. Bei den Herholz-Zargen, die wir überwiegend einbauen, beträgt der Verstellbereich je Zargengröße üblicherweise −3 mm bis +17 mm. Andere Hersteller und einzelne Modelle können davon abweichen. Messen Sie die Wand in der Öffnung, mit Putz, Tapete und Fliesen.

Zwei Fehler sehen wir immer wieder:

  1. Vor dem Fliesen gemessen. Kommen später Fliesen an die Wand, ist sie danach um Fliese und Kleber dicker. Die Zarge passt dann nicht mehr.
  2. Halbhohe Fliesen übersehen. Ist die Wand nur unten gefliest, ist sie unten dicker als oben. Die Bekleidung der Zarge liegt dann oben nicht an der Wand an, es bleibt ein sichtbarer Luftspalt. Messen Sie deshalb oben und im Fliesenbereich und nennen Sie uns beide Werte.

Tipp aus der Praxis: an mehreren Stellen messen, die dickste Stelle zählt.

Wir messen die Wandstärke immer an mehreren Stellen rund um die Öffnung, oben, in der Mitte und unten. Putz ist selten ganz eben, eine Beule macht schnell einige Millimeter aus. Maßgeblich ist der größte Wert: Nach ihm richtet sich die Maulweite der Zarge, also das Maß, mit dem sie die Wand umgreift. Bei der Breite der Öffnung ist es umgekehrt, dort zählt das kleinste Maß.

Ist noch eine Tür eingebaut, lässt sich meist nicht auf beiden Seiten der Öffnung messen, weil auf der Bandseite die Tür im Weg ist. Wer ganz sicher gehen will, hängt die Tür aus und misst dann auch auf der Bandseite.

Im Zweifel die größere Zarge

Ein Beispiel: Die 14er Zarge passt für Wandstärken von 137 mm bis 157 mm. Liegt Ihr Messwert im Grenzbereich zwischen zwei Größen, empfehlen wir die größere Zarge. Etwas Luft zwischen Bekleidung und Wand ist kein Problem. Eine zu kleine Zarge dagegen passt gar nicht.

Den oberen Grenzwert sollte man auch nicht ganz ausreizen. Wände sind meistens nicht ganz lotrecht. Steht die Zarge schon am Limit, lässt sich die Zierbekleidung an manchen Stellen nicht mehr in die Futterplatte einführen: Die Feder an der Zierbekleidung ist dann einfach ein paar Millimeter zu kurz.

Schritt 4

DIN links oder DIN rechts?

Die Öffnungsrichtung heißt DIN links oder DIN rechts. Beurteilt wird sie immer von der Aufschlagseite, also von der Seite, auf der Sie die Tür zu sich ziehen. Nicht von der Gegenseite, auf der Sie in die Leibung schauen.

  • Stellen Sie sich so vor die Tür, dass sie zu Ihnen hin aufgeht.
  • Sind die Bänder (Scharniere) rechts, ist es eine Tür DIN rechts.
  • Sind die Bänder links, ist es eine Tür DIN links.

Der häufigste Fehler: Die Richtung wird von der falschen Seite bestimmt, also von dort, wo man die Tür aufdrückt und in die Leibung schaut. Dann kommt die Tür spiegelverkehrt.

Draufsicht: Die Tür geht zu Ihnen auf. Auf der Seite der Bänder liegt die DIN-Richtung.

Übersicht

Normmaße auf einen Blick

Gefälzte Innentüren mit Holzumfassungszarge, nach DIN 18100 und DIN 18101. Die orange Spalte zeigt, wie wir die Öffnung in der Praxis planen.

Alle Maße in mm. Nennmaß der Wandöffnung nach DIN 18100, Türblatt-Außenmaß nach DIN 18101. Der lichte Durchgang weicht je nach Zarge und Hersteller um wenige Millimeter ab. Das endgültige Maß bestätigen wir beim Aufmaß.
Breite Wand­öffnung (Norm) Wand­öffnung (unsere Planung) Tür­blatt Lichter Durch­gang ca.
61er Tür 635 650 610 563
73er Tür 760 775 735 688
86er Tür 885 900 860 813
98er Tür 1.010 1.025 985 938
111er Tür 1.135 1.150 1.110 1.063
Höhe, ab Oberkante Fertigfußboden
Standard­höhe 2.005 2.010 1.985 1.966
Über­höhe 2.130 2.135 2.110 2.091

Häufige Fragen

Was Kunden uns am häufigsten fragen

Muss meine Türöffnung Normmaß haben?

Nein. Normmaße haben den Vorteil, dass Türen und Zargen kurzfristig lieferbar sind, teilweise sogar ab Lager. Passt die Öffnung nicht zu einem Normmaß, wird das Element passend angefertigt. Die Lieferzeit beträgt dann mindestens 6 Wochen.

Kommen Sie zum Aufmessen zu mir?

Ja. Nach der Auftragserteilung messen wir bei Ihnen vor Ort auf und bestätigen dabei die endgültigen Maße. Das Angebot erstellen wir vorher auf Basis Ihrer Angaben und Fotos oder Ihres Grundrisses. Ihre eigenen Messwerte helfen uns, das Angebot von Anfang an genau zu machen.

Wie lange dauert die Lieferung?

Lagerware ist sofort verfügbar. Türen aus dem Standardsortiment unserer Hersteller kommen je nach Modell nach 1, 2 oder 4 Wochen. Anfertigungen, etwa bei Sondermaßen oder besonderen Modellen, dauern mindestens 6 Wochen. Die genaue Lieferzeit steht in Ihrem Angebot.

Kann ich mir die Türen in einer Ausstellung ansehen?

Eine Ausstellung haben wir nicht. Stattdessen bemustern wir nach dem Angebot direkt bei Ihnen zu Hause oder auf der Baustelle. So sehen Sie Oberfläche und Farbe in Ihrem eigenen Licht und neben Ihrem Boden.

Was kostet eine neue Innentür mit Montage?

Das hängt von Modell, Oberfläche, Zarge und Anzahl ab. Ab 5 Türelementen liegt der Komplettpreis bei uns ab 290 € je Element, inklusive MwSt., Zarge, Drückergarnitur, Lieferung und Montage, für Normöffnungen und Wandstärken bis 140 mm. Ihr verbindliches Angebot erstellen wir auf Basis Ihrer Angaben und Fotos.

Maße notiert?

Schicken Sie uns Ihre Maße und ein paar Fotos der Türsituation. Wir erstellen Ihnen ein Angebot und messen nach der Auftragserteilung bei Ihnen vor Ort auf.

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